Die Osteopathie erlebt seit einigen Jahren bundesweit einen enormen Aufwind. Die Zahl der Patienten, die eine osteopathische Behandlung ausprobiert und erste Erfahrungen mit dieser Behandlungsmethode gesammelt haben oder die Wirkungen dieses ganzheitlichen Behandlungskonzeptes dauerhaft nutzen, ist in den letzten Jahren in allen Altersgruppen, vom Säugling bis zu den Senioren, konstant gestiegen.

Doch vielleicht fragt sich der eine oder andere auch, Osteopathie – was ist das überhaupt? Was machen Osteopathen eigentlich? Welche Wirkung hat die Osteopathische Medizin auf den menschlichen Körper?

Ich möchte den Rahmen meiner Praxiseröffnung nutzen und im Folgenden versuchen, Ihnen die Osteopathie als ganzheitliches Behandlungskonzept ein wenig darzustellen, den Behandlungsablauf zu erläutern und Ihnen ein paar zusätzliche Informationen zu geben.

Osteopathie – was ist das?

Die Osteopathie versteht sich als ganzheitliches manuelles Behandlungskonzept. Sie versucht den Menschen möglichst komplett in seiner Ganzheitlichkeit zu erfassen und versteht den menschlichen Körper als eine Einheit aus Körper, Geist und Seele. Die osteopathische Untersuchung und Behandlung ist eine manuelle Form der Therapie. Der Osteopath untersucht und behandelt also nach einem eingehenden Gespräch verschiedene Strukturen des menschlichen Körpers mit seinen Händen und versucht somit die Selbstheilungskräfte des menschlichen Organismus zu aktivieren.

Osteopathie – bei was wird es angewendet?

Die aktuelle Forschungslage beschäftigt sich hauptsächlich mit diversen Beschwerdebildern wie unspezifische Rücken- oder Nackenschmerzen, Migräne, Spannungskopfschmerzen, Kiefergelenksstörungen und diversen anderen Störungen des Bewegungsapparates. Auch in der Behandlung innerer Organe gibt es erste Forschungsergebnisse. Die Benennung des Krankheitsbildes spielt jedoch weniger eine Rolle. Eher stellt sich für den Osteopathen meist die Frage, was der Auslöser im menschlichen Körper war, der zu der Leidensgeschichte des einzelnen Patienten geführt hat und welche Strukturen er behandeln kann, dass eine osteopathische Behandlung auch hilft.

Nehmen wir beispielsweise an, dass ein Patient mit Rückenschmerzen in eine osteopathische Behandlung kommt. Der Osteopath untersucht nun, welches Geschehen zu diesen Beschwerden geführt haben könnte? Ist es der venöse Blutstrom aus der Wirbelsäule heraus, der nicht optimal funktioniert und so den Stoffwechsel verschiedener Strukturen in der Wirbelsäule beeinträchtigt? Ist es ein Engpass eines Nerven? Oder die faszialen Aufhängestrukturen innerer Organe, die an der Wirbelsäule ziehen, somit die Beweglichkeit der Wirbelsäule verhindern und die Rückenschmerzen auslösen? Oder sind es die Folgen eines Bandscheibenvorfalls? Die Aufgabe des Osteopathen ist es nun, einen therapeutischen Weg zur Besserung des Beschwerdebildes zu suchen oder aber auch im Vorfeld zu entscheiden, ob die Osteopathie das richtige Mittel für diesen Patienten darstellt. Vermutet der Osteopath hinter den Beschwerden einen schweren Bandscheibenvorfall mit Ausfallerscheinungen oder eine versteckte Depression, wird er an einen Arzt verweisen und seine Behandlung vorerst oder vollständig abbrechen, damit der Patient die optimale Behandlung für seine Beschwerden schnellstmöglich bekommen kann.

Osteopathie – ab welchem Alter?

Osteopathie ist generell in jeder Altersstufe möglich. Für Säuglinge und Kinder stellt die Osteopathie manchmal eine hilfreiche Alternative oder Zusatztherapie dar. Für die Behandlung unserer Kleinen und Kleinsten gibt es eine entsprechende Zusatzqualifikation für Säuglinge und Kinder. Diese ist meines Erachtens auch unerlässlich, um deren Ansprüchen auch entsprechend gerecht zu werden. Ich widme ich mich voll und ganz der Osteopathie beim Erwachsenen.

Osteopathie – welche Nebenwirkungen gibt es?

Auch die Osteopathie kommt nicht ganz ohne Nebenwirkungen aus. In manchen Fällen berichten Patienten von einer ersten Verschlechterung des Beschwerdebildes, Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, grippeähnlichen Symptomen oder einigen anderen Beschwerden nach einer Behandlung. Meist halten diese Beschwerden jedoch nur wenige Stunden an.

Osteopathie – was kostet das und welche Kassen
übernehmen die eine Behandlung?

Die Preise für Osteopathie gestalten sich regional unterschiedlich. Dies hängt von räumlichen oder örtlichen Faktoren ab. Verschieden Krankenkassen und Betriebskrankenkassen (BKK) beteiligen sich an den Kosten für Osteopathie. Wenn Sie herausfinden möchten, welche Krankenkasse eine osteopathische Behandlung bezahlt oder zum Teil übernimmt, informieren Sie sich bitte direkt bei Ihrer Krankenkasse oder informieren Sie sich im Internet. Auch die Osteopathieverbände führen Listen mit entsprechenden Kostenerstattungen der Krankenkassen. Oftmals ist eine Verordnung über Osteopathie durch einen Arzt für die Kostenerstattung durch die Krankenkassen notwendig. Bitte erkundigen Sie sich auch darüber im Vorfeld.